Chronik der Bauernkapelle Lauterach
Die ersten Jahre
Die gemeinsame Begeisterung zur böhmischen und tschechischen Blasmusik bewegte im Jahr 1989 eine Hand voll junger Musikanten der Bürgermusik Lauterach - allen voran „Geburtshelfer" Robert Vonach - eine Formation ins Leben zu rufen, die sich hingebungsvoll und ausschließlich dieser Musikrichtung widmet. Diese 10 Pioniere und Gründungsmitglieder waren namentlich:
- - Robert Vonach (Flügelhorn und musikalischer Leiter)
- - Thomas Jäger (Flügelhorn)
- - Angelika Vonach (Flügelhorn)
- - Christoph Thoma (Trompete)
- - Dietmar Vonach (Klarinette)
- - Andreas Dornbach (Es-Sax)
- - Bernhard Brüstle (Tenorhorn)
- - Arno Martin (Tenorhorn)
- - Josef Schöneberger (Tuba)
- - Christian Vögel (Schlagzeug)
Dank einer großzügigen Unterstützung seitens der Gemeinde konnte im Jahre 1990 eine eigene Tracht angeschafft werden, und einer bildlichen Unterstreichung unserer musikalischen Glanzleistungen stand nun nichts mehr im Wege. Wir spielten somit wie aus dem Ei gepellt quasi zu jeder sich bietenden Gelegenheit gerne im ganzen Gemeindegebiet auf. Ohne uns wurde sozusagen keine Milchkanne eröffnet.
Leider sind uns nach nur kurzer Zeit zwei Gründungsmitglieder bereits wieder abhanden gekommen: Christoph Thoma und Christian Vögel fanden ihre musikalischen Vorlieben in völlig anderen Musikrichtungen, und so kamen Tibor Horvath auf der Trompete und Helmut Geist auf dem Schlagzeug zu uns.
Bereits im ersten Jahr nach der Gründung führte uns eine Einladung nach Achenkirch in Tirol, und zwar zum ersten nicht von Karl Moik moderierten Musikantenstadl.
Im Jahre 1991 veranstaltete der MV Viktorsberg den ersten Vorarlberger Bauernkapellen-Wettbewerb, an dem wir als ausgesprochene junge und unbekümmerte Formation natürlich gerne teilnahmen. Wir erspielten uns den 3. Preis (von insgesamt 10 teilnehmenden Kapellen) und feierten diesen Erfolg wie ein Sieg.
Um diesen Erfolg irgendwie einordnen zu können spielten wir im Jahre 1992 beim Wettbewerb in Marbach (CH) mit. Wir erreichten den 2. Preis und wir sahen uns darin bestätigt, daß wir sooooo schlecht demzufolge ja eigentlich gar nicht sein konnten.
Da wir uns zwischenzeitlich bereits einen Namen gemacht hatten und auch in den umliegenden Gemeinden zahlreiche Dorffeste und Frühschoppen mitgestaltet hatten, haben wir uns im Jahre 1993 einer neuen Herausforderung gestellt und unseren ersten Tonträger - damals noch Kassette - aufgenommen.

- Die Bauernkapelle im Jahre 1992
In den Jahren darauf folgten - neben den planmäßigen Auftritten -Konzertreisen nach Achenkirch in Tirol (1994) und nach Bruckhäusl in Tirol (1997). Bruckhäusl ist uns insbesondere in ewiger Erinnerung geblieben: haben wir doch spontan beim Alpabtrieb Kühe und andere Tiere mit klingendem Spiel gebührend empfangen (standing ovations des Publikums inklusive) und unseren kulturellen sowie geistigen Horizont nachhaltig und grundlegend erweitert.
Nach dem Kapellmeisterwechsel fand im Herbst des Jahres 1998 das erste eigene Jahreskonzert der Bauernkapelle im Hofsteigsaal statt. Große Begeisterung machte sich im Publikum breit, konnten wir doch mit zahlreichen Solo-Darbietungen die Gäste beeindrucken. Im selben Jahr führte uns eine Konzertreise nach Mühlau/Luzern.
1999 wiederum konnten wir im Rahmen unseres Jahreskonzertes ein interessantes und anspruchsvolles Programm präsentieren; tags darauf fuhren wir zum zweiten Mal nach Bruckhäusl, wo wir von sämtlichen Tieren wiedererkannt und mit dezentem Kuhglockengeläut begrüßt wurden.
Dennoch haben wir bemerkt, dass auch durchaus Lebewesen außerhalb des stromdurchfluteten Zaunes unserer Zielgruppe angehöhren und so folgte im Jahre 2000 neuerlich ein Jahreskonzert; 2001ernteten wir großes Lob anlässlich eines Nachmittagskonzertes im Rahmen des Festivals der Blasmusik im ORF-Studio in Dornbirn.
Höhepunkte in den folgenden Jahren waren der Frühschoppen beim Wälder Bezirksmusikfest in Egg im Jahre 2002 und unsere Konzertreise nach Kaprun 2004 (verbunden mit einem Besuch bei der alt-jung-gebliebenen Wälderin Monika im Gasthaus Mühle). Darüberhinaus natürlich immer wieder Auftritte bei Bauernkapellentreffen, Dorffesten und vieles mehr.

- Vereinsfoto 2006
Das absolute Highlight in der neueren Geschichte ist mit Abstand unser Abschneiden beim böhmisch-mährischen Wettbewerb anlässlich des Bezirksmusikfestes in Wolfurt 2006. Mit dem Marsch „Gute Reise", der Polka „U Jezera" und dem Walzer „Pittoreske" erreichten wir mit einer Gesamtpunktezahl von 93,7 (von 100 möglichen) Punkten ein uns im wahrsten Sinne des Wortes „absolut umwerfendes" Ergebnis. Wir lagen mit nur 0,9 Punkten hinter dem Topfavorit und Tagessieger.
Im Juli 2007 besuchten wir die Trachtenkapelle Wulfenia in Tröpolach in Kärnten. Anlässlich ihres Dorffestes wurde uns ein Marsch durchs Dorf abverlangt, der uns vor eine komplett neue Herausforderung stellte: hatten wir bisher doch nur sitzender, stehender oder liegender Weise (wie auch immer- jedenfalls nur mäßig bewegend) musiziert. In den Augen unserer Gastgeber konnte man ihre Befürchtungen erahnen: „wenn die auch so spielen - wie die marschieren....?!?" Doch beim anschließenden Frühschoppen und einer später folgenden Spontan-Partie haben wir uns - entgegen ihrer Befürchtungen - in die Herzen der Kärntner gespielt. Unsere neu gewonnenen Freunde werden uns anlässlich unseres Jubiläumsfestes Ende Mai 2009 besuchen.

- Das Probelokal wurde kurzerhand zum Tonstudio umfunktioniert
Im Jahre 2008 haben wir neben mehrerer Platzkonzerten und Frühschoppen (allen voran jener auf der Kanzelwand im kleinen Walsertal) die Produktion unserer neuen CD gestartet. 2 Tage volle Konzentration hat uns allen sehr viel abverlangt, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die CD wird im Rahmen des Jubiläumsfestes am 31. Mai 2009 im Hofsteigsaal präsentiert.